on the set of 1979ff
Filming a discussion with the sociologist Asef Bayat
on the Iranian revolution
Dienstag 27. Juli 2010
no.w.here, First Floor, 316-318 Bethnal Green Roadm,
London E2 OAG, UK
1979 wurde das Schah-Regime in Iran gestürzt und kurze Zeit später die Islamische Republik Iran gegründet. Die Revolution von 1979 stützte sich auf eine breite Basis von Sozialisten, Konservativen und Bürgerlichen und reichte von säkularen Feministinnen bis hin zu Religiösen. Aber warum transformierte sich eine Massenrevolte in eine Islamische Revolution? Und warum wurde die Gründung der Islamischen Republik von Menschen aus vielen verschiedenen politischen Fraktionen unterstützt? Wer nahm an der Revolution teil und wer nicht? Das sind einige der Fragen, die die Künstlerin Sandra Schäfer mit dem Soziologen Asef Bayat diskutieren möchte. Dieses Ereignis wird als inszenierte Debatte mit und vor der Kamera inszeniert. Teilnehmer_innen, einschließlich des Publikums, sollten darauf vorbereitet sein, dass wenn sie die Veranstaltung besuchen, akzeptieren gefilmt zu werden.
Die Dreharbeiten sind eine Kollaboration mit Brad Butler und Karen Mirza und dem Museum of Non Participation.
Asef Bayat (Leiden)
In den sechziger Jahren zog er als Schüler mit seinen Eltern aus dem
Zentraliran nach Teheran, bevor er kurz vor der Islamischen Revolution zum
Studium nach Großbritannien an die Universität Kent ging. In
seinem Buch Workers and Revolution in Iran (1987) analysierte er den Klassenkampf
im Iran während der Schah-Zeit, in Street Politics: Poor Peoples Movements
in Iran (1997) beschreibt er die kollektiven Überlebenskämpfe
in den städtischen Elendsquartieren. In seinem 2007 veröffentlichten
Buch Making Islam Democratic: Social Movements and the Post-Islamist Turn
vergleicht er die islamischen Bewegungen in Ägypten und Iran. Nach
Beendigung seiner Dissertation wechselte er an die University of California
in Berkeley und lehrte danach Soziologie und Middle East Studies an der
American University in Kairo. Er leitete das International Institute for
the Study of Islam in the Modern World an der niederländischen Universität
Leiden und forscht derzeit über sozio-religiöse Bewegungen im
Nahen Osten.
Sandra Schäfer (Berlin)
In ihrer künstlerischen Arbeit beschäftigt sich Sandra Schäfer
mit der Repräsentation von Gender, Urbanismus und (Post-) Kolonialismus.
Seit November 2002 reist sie regelmässig nach Kabul und Teheran. Sie
war in verschiedenen kollaborativen Projekten mit Filmemacher_innen, Künstler_innen
und Theoretiker_innen involviert. In Zusammenarbeit mit der Berliner Filmemacherin
Elfe Brandenburger und Schauspielerinnen, Filmemacherinnen und Aktivistinnen
aus Kabul hat sie den dokumentarischen Film Passing the Rainbow gedreht.
Sie ist Ko-Kuratorin des Filmfestivals Kabul/Teheran 1979ff: Filmlandschaften,
Städte unter Stress und Migration, das 2003 an der Volksbühne
Berlin stattfand. Sie ist Mitherausgeberin eines Buchs, das unter demselben
Titel 2006 im b_books-Verlag in Berlin erschienen ist. 2007/08 ko-kuratierte
sie das Filmfestival SPLICE IN zu Gender und Gesellschaft in Afghanistan,
seinen Nachbarländern und Europa, das in Kassel, Berlin und Hamburg
stattfand. Das Festival wurde im Mai 2008 in Kabul in Kooperation mit der
Künstler_innen-Gruppe CACA-Kabul, der staatlichen Filmorganisation
Afghan-Film und der Organisation Open-Asia unter dem Titel SECOND TAKE fortgeführt.
2009 wurde Schäfers Buch stagings. Kabul, Film & Production of
Representation in der metroZones/media Reihe im Berliner Verlag b_books
veröffentlicht. www.mazefilm.de
Brad Butler (London) Karen Mirza (London)
Das Museum of Non Participation ist derzeit die Hauptarbeit der Künstler
Karen Mirza und Brad Butler. Das Musuem umkreist Themen wie Über Sprache
Als Gewalt, die Ästhetiken des Widerstands und die Stadt Schreiben.
„Man könnte aus seinem Titel leicht darauf schließen, dass
das Museum der Nicht-Partizipation eine Form von Archivbewahrung und Dokumenten-Präsentation
von Handlungen der Nicht-Teilnahme, ein Schrein an Relikten des Widerstands,
künstlerischer Ablehnung an kapitalistischer Produktion teilzunehmen
sei. Weit davon entfernt: das Museum of Non-Participation ist ein konzeptuelles
Konstrukt, das – anders als normale Ausstellungen – keinen festen
physischen Ort oder zeitliche Begrenztheit hat. Passender Weise ziehen die
Künstler es vor das Museum of Non-Participation als Handlung oder Geste
zu beschreiben.“ Bis jetzt hat das zu filmischen Arbeiten, einem Urdu/Englischen
Sprachaustausch, öffentlichen Interventionen, Performances, einer Intervention
in der Zeitung Daily Jang und einer einmonatigen Ausstellung in London unterstützt
von Artangel Interaction geführt. Zukünftige Arbeiten werden im
November 2010 am Vivid Birmingham und im März 2011 in Kairo stattfinden.
Brad Butlers und Karen Mirzas künstlerische Arbeit basiert auf Kollaboration
und Dialog. Das manifestiert sich in einer vielschichtigen Praxis des Filmemachens,
Zeichnens, Installation, Fotografie, Performance, Veröffentlichens
und Kuratierens. www.mirza-butler.net Ihre Arbeit beschäftigt sich
mit traditionellen Künstlerrollen als Produzent und dem Publikum als
Rezipient. www.no-w-here.org.uk
