
Shakiba Adil (Kabul/Outokumpu)
Die Filmemacherin wurde 1985 in Kabul geboren. Abschluß an der Malalai-Schule.
Nach 2001 moderierte sie eine Kindersendung auf Kabul TV und arbeitete als
Kamerafrau bei der Medienorganisation AINA. 2004 emigrierte sie nach Helsinki,
wo sie eine Ausbildung in dem multikulturellen Programm Basaari des Fernsehsenders
YLE absolvierte. Derzeit studiert sie Radio-, Fernseh- und Dokumentarfilmproduktion
am North Carelian College.
Latif Ahmadi (Kabul)
Der 1950 in Kabul geborene Regisseur absolvierte 1975 sein Diplom als Ingenieur
und gründete im selben Jahr die Filmproduktionsfirma Ariana. Seitdem
produzierte er mehrere Werbefilme und arbeitete als Kameramann. Anfang der
achtziger Jahre arbeitete er für das afghanische Fernsehen. 1982 drehte
er den Spielfilm Farar ("Flucht") und 1986 den Spielfilm Parandaha-ye
mohajer ("Zugvögel"). Von 1986 bis 1992 leitete er die staatliche
Filmproduktionsfirma Afghan Film und war von 1992 bis 1994 afghanischer
Kulturattaché in Tadschikistan. Seit 2002 lebt er wieder in Afghanistan
und wurde 2004 erneut zum Direktor von Afghan Film ernannt.
Nacir Alqas (Kassel)
Der 1956 in Kabul geborene Regisseur absolvierte eine Ausbildung in Filmregie.
Er arbeitete als Regisseur und Schauspieler bei Afghan Film und Afghan-TV.
Außerdem moderierte und produzierte er zahlreiche Fernsehshows. Nach
einem versuchten Mordanschlag in Kabul emigrierte er 1996 mit seiner Familie
nach Deutschland und lebt seitdem in Kassel. 2006 ko-produzierte er den
Film Zendan.
Deepa Dhanraj
(Bangalore)
Die Filmemacherin und feministische Aktivistin studierte Englische Literatur
an der Universität von Madras. 1980 gründete sie das Yugantar
Film Kollektiv. Seitdem drehte sie zahlreiche Kurz- und Dokumentarfilme.
Der 2000 gedrehte Dokumentarfilm Taking Office dokumentiert und analysiert
die Folgen einer Gesetzesänderung 1994 in Indien zur geschlechtlichen
Gleichberechtigung, nach der 33 Prozent der Sitze in den Dorfräten
von Frauen besetzt werden sollen.
Ayşe Güleç
(Kassel)
Die Sozialpädagogin arbeitet seit 1998 im gemeinnützigen Verein
Kulturzentrum Schlachthof e.V. in der interkulturellen Bildungsarbeit. Dort
leitet sie afada, ein Beratungs- und Bildungsprojekt für MigrantInnen.
Ayse Gülec hat den Aufbau selbstorganisierter Initiativen und Vereine
zu Frauen- und Migrationsfragen angeregt. Gemeinsam mit Christina Knüppel
war sie Initiatorin des diesjährigen Documentabeirats. Ziel dieses
Projekts war es, die Documenta lokal einzubinden.
Hephata-Wohngruppe (Kassel)
In den Hephata-Wohngruppen in Kassel leben bis zu 34 sogenannte Unbegleitete
Minderjährige Flüchtlinge. Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge
sind junge Menschen, die ohne für sie verantwortliche Erwachsene nach
Deutschland flüchten, meist aus den gleichen Gründen wie Erwachsene:
wegen Verfolgung, Krieg und aus Hoffnungslosigkeit. In den Wohngruppen finden
sie ein vorübergehendes neues Zuhause und werden im Rahmen der Jugendhilfe
betreut. Hier erhalten sie Orientierungs- und Integrationshilfen im Alltag,
Sprachförderung, Unterstützung bei asyl- und aufenthaltsrechtlichen
Fragen, Schulunterstützung und Hilfen bei der Aufarbeitung von fluchtbedingten
Traumata. Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge suchen in Deutschland
Schutz und sind in doppelter Hinsicht besonders zu schützen: als Flüchtlinge
und als Kinder bzw. Jugendliche.
Kabeh Rastin-Tehrani (Berlin)
Die Juristin wurde 1977 in Teheran geboren. Sie studierte Rechtswissenschaften
an der Humboldt-Universität Berlin. Seit 2005 ist sie wissenschaftliche
Mitarbeiterin im Referat für das Recht islamischer Länder am Max-Planck-Institut
in Hamburg. Ihre Schwerpunkte sind internationales und nationales Recht
des Irans und Afghanistans. Derzeit schreibt sie ein Lehrbuch auf Dari zum
afghanischen Familienrecht und promoviert zum Thema "Das internationale
Privatrecht der Islamischen Republik Iran".
Aiqela Rezaie
(Kabul)
Die Lehrerin und Schauspielerin wurde in Kabul geboren. Sie studierte Geografie.
Ihr erster Auftrag als Schauspielerin war die Hauptrolle in dem Spielfilm
Fünf Uhr nachmittags (2002) der iranischen Regisseurin Samira Makhmalbaf.
Darin spielte sie die Rolle einer Frau, die davon träumt die zukünftige
Präsidentin von Afghanistan zu werden. 2002 begleitete sie als Assistentin
die Dreharbeiten des Spielfilms Osama. 2003-06 war sie als Ko-Regisseurin
und Darstellerin an den Dreharbeiten des Films Passing the Rainbow beteiligt.
Roya Sadat (Herat)
Die Regisseurin wurde 1981 geboren. Sie studierte Politikwissenschaft in
Herat. Sie ist Autorin von zwei Kurzfilmen und moderierte mehrere Beiträge
für die staatliche Fernsehsendung Frau und Gesellschaft. Se Noqta ist
ihr Regiedebüt eines längeren Spielfilms. Sie arbeitet zur Zeit
in Kabul bei Tolo TV und an ihrem zweiten Spielfilm.
Filmgruppe ungeduldig (Hamburg)
Der Film ungeduldig entstand im Rahmen des Medienprojektes mokala - medien
von zwischen den kulturen. Die Gruppe von jungen Flüchtlingen und Filmschaffenden
aus Hamburg arbeitete insgesamt 6 Monate gemeinsam an dem Film, der am 16.2.2007
Premiere hatte. Ziel war und ist es, mit dem Film Öffentlichkeit für
das Thema Duldung zu schaffen und dabei insbesondere junge Menschen zu erreichen.
ungeduldig erhielt 2007 den Dieter-Baacke-Preis für Medienpädagogik.
Zur Filmgruppe ungeduldig gehören: Aminatu Jalloh, Sushil Kahlon, Chander
Bathija, Tanya Talreja, Nina Noverijan, Marily Stroux, Christina Witz, Thorsten
Winsel und Gesa Becher.
Maliha Zulfacar (Berlin)
Die damals an der Universität Kabul lehrende Soziologin floh 1979 aus
Afghanistan. Sie studierte in den USA und promovierte in Deutschland. Sie
lehrte anschließend an der Polytechnic State University in San Luis
Obispo und seit 2002 auch wieder an der Universität Kabul. Ihre inhaltlichen
Schwerpunkte sind Gender, internationale Einwanderung und globale ethnische
Konflikte. Ihren ersten Film, Guftago: Dialogue with an Afghan Village,
drehte sie 2001. Seit 2002 war sie als stellvertretende Ministerin für
das Hochschulwesen in der afghanischen Interimsregierung für den Wiederaufbau
des Schulwesens tätig. Seit 2007 arbeitet sie als afghanische Botschafterin
in Berlin.