6. Dezember 2006, 19h
Kino 2 Arsenal, Potsdamer Strasse 2
Buchpräsentation: Kabul/ Teheran 1979ff: Filmlandschaften,
Städte unter Stress und Migration' herausgegeben von Sandra Schäfer,
Jochen Becker und Madeleine Bernstorff, metroZones 6, b_books, Berlin
1979:
Im Iran wird der Schah gestürzt, die Islamische Republik entsteht;
parallel eskaliert mit dem sowjetischen Einmarsch der Bürgerkrieg in
Afghanistan.
Das Buch "Kabul/Teheran 1979ff - Filmlandschaften, Städte unter
Stress und Migration" (hg. Sandra Schäfer, Jochen Becker, Madeleine
Bernstorff, metroZones6, b_books 2006) präsentiert Geschichte(n) von
iranischen und afghanischen Filmemachern und Künstlerinnen von 1979
bis heute und bündelt Beiträge zur städtischen Gesellschaft
der beiden Millionenstädte sowie aus den Flüchtlingslagern im
Grenzgebiet der benachbarten Länder. Und es berichtet von feministischem
Widerstand, kultureller Produktion und städtischen Überlebenspraxen.
Der selten gezeigte Film "Afghanistan 1362. Erinnerungen an eine Reise",
ein eindrucksvolles filmisches Tagebuch von Volker Koepp (1985), zeigt die
sozialen Verhältnisse in Stadt und Land vier Jahre nach der sowjetischen
Invasion, und meldet Zweifel an, ob Veränderungen in Afghanistan von
einer äußeren Macht und mit kriegerischen Mitteln herbeigeführt
werden können. Auf Grundlage dieses Filmes möchten die Herausgeberinnen
die Konflikte in der derzeitigen Gesellschaft Afghanistans diskutieren.

28. November 2006, 20 Uhr
Akademie der Künste, Berlin
Hanseatenweg 10
10557 Berlin
Buchpräsentation: Kabul/ Teheran 1979ff: Filmlandschaften, Städte unter Stress und Migration' herausgegeben von Sandra Schäfer, Jochen Becker und Madeleine Bernstorff, metroZones 6, b_books, Berlin
mit: Asef Bayat (NL) & Nasrin Bassiri (D)
Die aktuelle Regierung
des Irans begreift sich als legitime Erben und historische Helden der Islamischen
Revolution von 1979. Der Umbruch im Iran erschütterte bis zum heutigen
Tage die Weltpolitik.
Der niederländische Soziologe Asef Bayat und die in Berlin lebende
Journalistin Nasrin Bassiri waren selbst Teilnehmer der revolutionären
Umbrüche. Bayat beschreibt in seiner Publikation Street Politics'
die ganz eigene Revolution der Armutsbevölkerung am Südrand der
Hauptstadt Teheran. Hier waren Landbesetzungen oder öffentliche Plätze
für den Straßenhandel eine Frage der Existenz. Bassiri wiederum
erlebte als junge Linke die Revolution im Herzen der Millionen-Metropole.
Beide werden ihre Erfahrungen mit der aktuellen Lage im Iran zur Diskussion
stellen.
Als Ergänzung zeigt der Kurzfilm Année zero - le mouvement
des femmes iraniennes' der Gruppe Politik und Psychoanalyse' die ersten
Proteste gegen das sich damals neu etablierende Regime.
Begrüssung: Dorothee von Windheim

Aus Street Politics, Asef Bayat, 1997, New York, S. 90f

Demonstrationen in Teheran zum internationalen Frauentag
am 8. März 1979 in Mouvement de libération des femmes iraniennes
- année zéro ("Befreiungsbewegung der iranischen Frauen
im Jahre Null", 1979 der Gruppe "Politik und Psychoanalyse").